Eine Umfrage vom Sonntag deutet darauf hin, dass es bei den Knesset-Wahlen am 23. März erneut keinen eindeutigen Sieger geben könnte. Demnach würden bei Israels vierten Parlamentswahlen innerhalb von zwei Jahren die konservativ-nationale Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu und seine Verbündeten 58 der insgesamt 120 Mandate erhalten. Den Umfragen zufolge käme die Likud-Partei auf 28 Sitze, die nationalreligiöse Jamina-Partei von Naftali Bennett auf elf Sitze, die ultraorthodoxen Parteien Vereinigtes Thora-Judentum und Schas auf sieben bzw. sechs Sitze. Die nationalistische Partei Tknuma („Wiedergeburt“) käme ebenfalls auf sechs Sitze. Parteien, die eine Koalition mit Netanjahu ausgeschlossen haben, würden ebenfalls 58 Mandate erhalten. Netanjahus stärkster Herausforderer ist Jair Lapid. Seine Partei Jesch-Atid würde 20 Mandate, die neugegründete konservativ-nationale Partei Tikwa Chadascha des ehemaligen Likud-Ministers Gideon Sa’ar neun Mandate erhalten. Das arabische Parteienbündnis Vereinte Liste käme auf acht Sitze, Avigdor Liebermans russisch-säkulare Partei Israel Beitenu auf sieben. Die Arbeitspartei erhielte sechs Mandate, die sozialdemokratische Meretz-Partei und die zentrische Partei Blau-Weiß von Verteidigungsminister Benny Gantz kämen beide auf vier Sitze. Die islamistische Ra’am-Partei, die Umfragen zufolge auf vier Sitze käme, könnte somit neuer „Königsmacher“ werden, dessen Mandate für eine mehrheitsfähige Koalition benötigt würden.

Islamisten als „Königsmacher“?

Die Ra’am-Partei trennte sich im Januar von der arabischen Vereinten Liste. Ihr Vorsitzender Mansour Abbas hatte im Dezember eine pragmatischere Politik angekündigt. Er sagte, vor allem konservativ-nationale Politiker seien daran interessiert, die zivilbürgerlichen Angelegenheiten der arabischen Bevölkerung „voranzubringen“. Daher schließe er Absprachen oder gareine Regierungsbeteiligung nicht mehr grundsätzlich aus. Abbas hat inzwischen bekanntgegeben, dass er sich nicht auf eines der beiden politischen Lager festlegen wolle.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die anstehenden Knesset-Wahlen. Beten wir, dass Gott die Herzen der Wähler und Politiker entsprechend seines Willens lenkt. Beten wir auch, dass er Männer und Frauen in die Knesset und in die Regierung beruft, die ihrem Volk dienen und Israels zahlreiche Herausforderungen mit Weisheit angehen werden.

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Quelle: ICEJ-Nachrichten Deutschland, vom 17. März 2021

ISRAEL: WAHLUMFRAGE DEUTET AUF ERNEUTES PATT HIN