Der Gott der Bibel – ein Gott der Bünde

Nach biblischem Verständnis bedürfen alle Menschen der Erlösung, einer Wiederherstellung der Beziehung zu Gott. Denn vor Ihm ist niemand gerecht, alle leben gemäß Römerbrief 3,10-12 in einem Zustand der Sünde. Damit ist nicht eine einzelne moralische Handlung gemeint, sondern ein Zustand der Gottferne, des Verlorenseins, unabhängig von unserer Herkunft oder Glaubensüberzeugung. Früher wurde dies manchmal auch als „Erbsünde“ bezeichnet. Eine solche Aussage mag aus der Sicht eines modernen und aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts eine Provokation sein, aber dieser Befund macht erst eine schlüssige Erklärung des souveränen göttlichen Heilsplans möglich.

Denn eigentlich hat die frohe Botschaft des christlichen Glaubens schon lange vor dem Kommen von Jesus Christus begonnen. Der Apostel Paulus schreibt darüber im Brief an die Gemeinde in Ephesus, dass Gott uns „vor Grundlegung der Welt dazu erwählt“ hat, dass wir seine Kinder werden sollten. Durch Jesus „haben wir die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung unserer Übertretungen, nach dem Reichtum seiner Gnade“ (Eph 1,4.7 MENG)

Im ersten Buch der Bibel lesen wir über den Plan zur Erlösung der gesamten Menschheit, dass zuerst ein einzelner Mensch (Abram) und danach ein Volk (Israel) erwählt wird. Der Gott Abrahams, Jakobs und Isaaks schließt Bünde mit Menschen und deren Nachkommen, gibt ihnen Weisungen und Verheißungen. Das Volk Israel wird sogar als der „Augapfel“ Gottes bezeichnet (5 Mose 32,10; Sach 2,12). Jesus selbst sagte, dass das Heil aus den Juden kommt (Joh 4,22). Die Geschichten Abrahams und Israels bekommen so eine universale Bedeutung für die gesamte Menschheit. Die Schriften des Alten und des Neuen Testamentes sind für Gläubige zentrale, von Juden verfasste Zeugnisse über Gottes Handeln an einzelnen Individuen und auch Völkern. Obwohl die Berufung der Israeliten einzigartig ist und aus Liebe (5 Mose 7,6-8) erfolgt ist, wird dieses Volk gegenüber anderen Völkern nicht bevorzugt. Seine Rolle besteht vielmehr darin, den göttlichen Plan der Erlösung für die gesamte Menschheit umzusetzen.

In den weiteren Beiträgen sollen deshalb einzelne Bünde und Verheißungen Gottes, aber auch historische Entwicklungen im Hinblick auf ihre Bedeutung für uns Christen heute analysiert werden.

„Doch die Gnade des HERRN erweist sich von Ewigkeit zu Ewigkeit an denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit besteht für Kindeskinder bei denen, die seinen Bund bewahren und seiner Gebote gedenken, um sie auszuführen.“ (Psalm 103,17-18 MENG)

Karl Klanner-Dezember 2025
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