Der neue Bund – ein neues Herz
Nach dem Bund Gottes mit Abraham und mit Mose schließt Jahwe
mit dem Volk Israel einen weiteren Bund, den sogenannten „neuen Bund“. Dieser
ist jedoch anders als die bisherigen Bundesschlüsse, denn der Herr wird sein
Gesetz in ihr Herz legen und die Israeliten werden ihn von selbst erkennen. Im
Buch des Propheten Jeremia ist dazu Folgendes nachzulesen: »Wisset wohl: es
kommt die Zeit« […], »da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda
einen neuen Bund schließen, nicht einen solchen Bund, wie ich ihn mit ihren Vätern damals geschlossen habe, als ich sie bei der Hand nahm, um
sie aus Ägyptenland wegzuführen,
einen Bund, den sie gebrochen haben« […] »Ich will
mein Gesetz in ihr Inneres hineinlegen und es ihnen ins Herz schreiben und will
dann ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Da braucht dann niemand mehr
[…] seinem Bruder Belehrung zu erteilen […], denn sie werden mich allesamt
erkennen, die Kleinsten wie die Größten« […]; »denn ich will ihnen ihre Schuld
vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken!« (Jeremia
31,31-34 MENG)
Der Prophet Jeremia gilt als eine der bekanntesten
biblischen Persönlichkeiten, als „der weinende Prophet“. Seine Worte wirken oft
abschreckend, schwierig und deprimierend. Aus einem priesterlichen Geschlecht
stammend, beginnt er seinen Dienst im 7. Jahrhundert vor Christus. Wegen seiner
Botschaften wird er verfolgt, eingesperrt, ist Mordversuchen ausgesetzt und
gilt als politischer Verräter. Jeremia verkündet Gottes Botschaft rund vierzig
Jahre lang unter der Herrschaft der Könige Joschija, Joahas, Jojakim, Jojachin
und Zedekia. Mit Ausnahme der Zeit von König Joschija, der tat, was vor Gott
recht war (2 Kön 22-23 und 2 Chr 34-35), war das gesamte gesellschaftliche
Leben Israels von Götzendienst und Unmoral geprägt. Jeremia sieht die Feinde
aus Babylon als Strafe Gottes kommen (was auch geschehen sollte) und rät dem
Volk, sich mit dieser Situation zu arrangieren. Obwohl das israelitische Volk
den Bund mit Mose gebrochen hat, verheißt ihm Gott in dieser sehr schwierigen
Zeit einen neuen Bund und die Vergebung ihrer Schuld. Aus neutestamentlicher
Sicht wird der neue Bund Realität, weil die Bekehrung und die Erfüllung durch
den Heiligen Geist bewirken, dass Gottes Gebote dem Gläubigen ins Herz
geschrieben sind und diese aus freiem Willen befolgt werden.
Karl Klanner
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