Als drittes biblisches Wallfahrtsfest folgt nach Pessach und Schawuot das Laubhüttenfest, Sukkot (hebräisch succah = Laubhütte). Eine Woche lang wird die letzte und kostbarste Erntezeit des Jahres gefeiert und der 40-jährigen Wüstenwanderung gedacht, bei der das israelitische Volk von Gott versorgt wurde. Die Juden verweilen in den behelfsmäßig gebauten Hütten (3 Mose 23,42), die in Israel jedes Jahr in vielen Gärten, Straßen und auf Balkonen errichtet werden.
Mit dem Feststrauch (Lulav), der aus Zweigen einer Bachweide, Dattelpalme, Myrte und einem Etrog (3 Mose 23,39-40) besteht, beten die Juden zu Gott und segnen die Welt in alle Himmelsrichtungen.
Das Laubhüttenfest ist das einzige Fest, bei dem auch Nichtjuden willkommen sind. Der Prophet Sacharja spricht von einer messianischen Zeit, in der Menschen aus allen Nationen nach Jerusalem hinaufziehen werden, um Gott anzubeten: „Danach aber werden alle, so viele von sämtlichen Völkern […] Jahr für Jahr hinaufziehen, um dort den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern.” (Sach 14,16 MENG).
Während Ostern und Pfingsten weltweit als zentrale Feste in den kirchlichen Jahreskreisen gefeiert werden, ist das Laubhüttenfest bei Christen weniger bekannt. Erst in den vergangenen Jahrzehnten wurde dieses Fest aufgrund der jährlichen Feiern der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem in Jerusalem verstärkt wahrgenommen. Christen wie Juden glauben an das Kommen eines Messias. Für die Christen ist nach den Verheißungen des Alten Testamentes Jesus als Messias bereits gekommen. Ebenso haben sich die biblischen Feste Pessach durch Ostern (Tod und Auferstehung) und Schawuot durch Pfingsten (Ausgießung des Heiligen Geistes) erfüllt. Es ist deshalb naheliegend, dass die Wiederkunft Jesu mit dem Laubhüttenfest in Zusammenhang steht. Auch in der jüdischen Tradition ist mit Sukkot eine Erwartung auf das Kommen des Messias oder einer messianischen Zeit verbunden.
Deshalb sollte seitens der Christen gerade dem Laubhüttenfest eine besondere Aufmerksamkeit und Beachtung gegeben werden. Jährlich strömen tausende christliche Pilger zum Laubhüttenfest nach Jerusalem, um den Gott Israels anzubeten. Wie viele Gläubige und Pilger aus dutzenden Nationen habe ich als Teilnehmer diese christlichen Feiern auch selbst als prophetische Veranstaltungen wahrgenommen – sozusagen als ein Schatten oder eine Vorausschau dessen, was noch kommen wird. Inmitten des scheinbar hoffnungslos verfahrenen Nahostkonfliktes ist es ein starkes Zeichen der Einheit und des Friedens, wenn jüdisch-messianische und arabisch-christliche Pastoren gemeinsam das Abendmahl feiern und einander in Liebe begegnen. Es wird eine Einheit und ein Friede spürbar, den die Welt nicht geben kann (Joh 14,27).